Der Weg zum Buch

Das Buch Annelena

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 Lesungen:

 


Lesung im
„Dritte Generation Theater“ 
am 9. Oktober 2010 in Aachen


„Annelena“ und die türkische Integration.

 

Es war eine Überraschung, als ich vor einigen Wochen vom türkischen Theaterregisseur Ali Serttürk zu einer Lesung aus „Annelena“ eingeladen wurde. Er leitet in Aachen das „Dritte Generation Theater“. „Dritte Generation“ bezieht sich in erster Linie auf unsere türkischen Mitbürger, deren Familien hier nun schon seit über 30 Jahren leben und arbeiten. Sie legen großen Wert auf Integration, was gerade in der aktuellen Diskussion von großer Wichtigkeit ist. Dies kam in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck und äußerte sich auch in ihrem Interesse an Ereignissen der Kriegs- und Nachkriegszeit in Aachen.

 

Ich hatte keinerlei Ahnung, was mich erwartete. Umso mehr kam ich bei meiner Ankunft in dem kleinen Theater aus dem Staunen nicht heraus.

Vor dem Eingang hatten sich bereits einige Leute eingefunden. An der Tür brannte ein heimeliges Windlicht. Auch im Vorraum leuchteten Kerzen. Auf einem Plattenspieler drehte sich Edith Piaf begleitet vom Zischen der Espresso-Maschine neben einem köstlichen Kuchen- und Getränkebuffet. Es duftete nach Kaffee. Fast wähnte ich mich in Paris.

An den Wänden wiesen Plakate vergangener und aktueller Veranstaltungen auf die Aktivitäten des Theaters hin, im Raum weiter hinten die Galerie preisverdächtiger Fotoarbeiten des Theaterchefs.

 

Herr und Frau Serttürk waren gerade dabei, die eintrudelnden Gäste zu begrüßen. Junge und  ältere Türken und auch viele Deutsche aller Berufsgruppen.  Herr Serttürk, sehr elegant gekleidet mit roter Krawatte, kam mir entgegen und begrüßte mich mit einer Herzlichkeit, die mich rührte. Überhaupt war Herzlichkeit groß geschrieben.

 

 

Nachdem Edith Piaf verstummt war, schaltete ich leise Klaviermusik ein. Es wurde mucksmäuschenstill. Mit speziell für diesen Abend ausgewählten Passagen lud ich meine Zuhörer ein zu einer Reise in „Annelenas“ Vergangenheit.

 

Am Ende dieses außergewöhnlichen Leseabends überreichte mir Herr Serttürk mit bewegenden Worten eine rote Rose.
 

Andrea Bernhards